Nachtrag zum Newsletter "Aus den Integrationsräten"

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Liebe Leser/innen,

im Newsletter „Aus den Integrationsräten“ Nr. 1/2017 haben wir einen Artikel der „Westdeutsche Zeitung“ über den Integrationsrat Krefeld vom 17. Juli 2017 aufgenommen, der nicht die Zustimmung des Vorsitzenden des Integrationsrates Krefeld findet. 

Auch die Redaktion des Newsletters sieht den Tenor des Artikels negativ und macht sich keineswegs die Meinung des Autors zu eigen. Mit der Aufnahme des Artikels in den Newsletter wollten wir vielmehr ein Beispiel bringen, aus dem deutlich wird, wie schwer es manchmal für die Integrationsräte ist, sich mit ihrem Anliegen durchzusetzen.

Der folgende offene Brief des Vorsitzenden  des Vorsitzenden des Integrationsrates Krefeld
an den Autor des o. g. Artikels möchten wir nachreichen. Sie verdeutlicht u.a., dass der Integrationsrat im Gegensatz zur Darstellung im Bericht der „Westdeutsche Zeitung“ mit seinen Themen breit aufgestellt ist.

Redaktion Newsletter

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Offener Brief des Vorsitzenden des Integrationsrates Krefeld zum Artikel der „Westdeutsche Zeitung“ über den Integrationsrat Krefeld vom 17. Juli 2017

Sehr geehrter Herr Passon,

Sie schreiben unter anderem in einem Ihrer Beiträge:
"Zum Hintergrund: In der Mai-Sitzung kommt es zum Eklat wegen – sagen wir es diplomatisch – unterschiedlicher Auffassungen zur Frage, ob der Integrationsrat ein Logo braucht oder nicht."
Das ist nicht korrekt.
Ursache für die Diskussion in und für den Abbruch der Maisitzung war nicht das Logo, sondern die Tatsache, dass einige Herrschaften eigenmächtig und rechtswidrig einen Tagesordnungspunkt von der bereits festgelegten Tagesordnung entfernt haben.
Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass ich als Vorsitzender nachweislich GEGEN den Abbruch der Sitzung war - der Abbruch der Sitzung wurde interessanterweise genau von der RATSfraktion beantragt, die in der darauffolgenden Sitzung GEGEN das Logo gestimmt hat.
Dieses Verhalten einiger Beteiligter in und um den Integrationsrat ist nur ein Beispiel für die Respektlosigkeiten, von denen ich sprach, die übrigens in die gleiche Kategorie fallen, wie Ihre verächtlichen Beiträge und die offensichtliche und boshafte Verdrehung der Tatsachen.
Der Vollständigkeit halber hätten Sie Ihre Leser*Innen auch darüber informieren können, dass dieses Logo die Stadt Krefeld und ihre Mitbürger*Innen keinen Cent kostet, wie auch der Beigerodnete Mickus in der Julisitzung festgestellt hat. Hätte es Geld gekostet, hätten Sie es bestimmt erwähnt.

Herr Passon, Sie erwecken in Ihren Beiträgen (meiner Meinung nach absichtlich) den Eindruck, als habe der Integrationsrat sich in seiner letzten Sitzung nur mit diesem einem Punkt auseinandergesetzt.
Dass sich der Integrationsrat in derselben Sitzung mit den Themen

• Betreuung von Flüchtlingskindern

• Beschulung von Kindern, Jungendlichen und jungen Erwachsenen aus Flüchtlingsfamilien

• Leistungen aus dem Bildungspaket

• Veränderungen und Umgang mit Geduldeten

• Umstrukturierung der Krefelder Ausländerbehörde

• Abschiebungen nach Afghanistan

befasst hat, geht in Ihren "Beiträgen" leider völlig unter.
Es gibt lediglich einen einzigen Satz am Ende einer Ihrer Artikel, der aufmerksame (!) Leser*Innen vermuten lässt, dass der Integrationsrat an diesem Tag überhaupt andere Punkte behandelt hat - die Sie anscheinend nicht interessiert haben, denn sonst wären Sie bis zum Schluss der Sizung geblieben. Ja, ich habe Sie aufstehen und weggehen sehen und da hatte ich bereits die böse Vorahnung, warum Sie da waren und was Sie tun würden. Aber hey, schließlich hatten Sie ja Ihre Schlagzeile, nicht wahr? Warum also noch mehr Zeit "vergeuden"?

Herr Passon, die Art, wie Sie "berichten" und gleichzeitig verurteilen schafft in unserer Gesellschaft eine falsche Wahrnehmung, die die künftige Arbeit des Integrationsrates nur erschwert.
Viele Menschen leben seit Jahrzehnten in Krefeld, arbeiten und zahlen Steuern, haben jedoch kein Mitsprache- und Mitgestaltungsrecht, da sie (noch) keinen deutschen Pass besitzen - außer dem Integrationsrat. Für diese Krefelder*Innen bietet der Integrationsrat die Möglichkeit, die Deutsche Demokratie und das Deutsche parlamentarische System durch aktive ehrenamtliche und unentgeltliche Mitarbeit am eigenen Leibe zu erleben und somit zu erlernen.

Ich hätte mir gewünscht, dass Sie den wirklich wichtigen Themen dises Integrationsrates, im Rahmen einer seriösen Berichterstattung, mehr Gewicht verliehen hätten.
Statt dessen haben Sie den vielleicht unwichtigsten Punkt auf der Tagesordnung dafür genutzt, böswillig das Gremium der Stadt zu diskreditieren, das für viele Krefelder*Innen echte Integration und teilweise sogar gesellschaftliche Emanzipation bedeutet.
Sehr geehrter Herr Passon, der Integrationsrat befasst sich nicht nur mit Integration, der Integrationsrat IST Integration.
Hetzerische Artikel, unrichtige Aussagen (siehe oben - haben Sie nicht selbst vor kurzem erst über FAKE NEWS referiert?) und arrogante Kommentare sind es nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Sayhan Yilmaz
Vorsitzender des Integrationsrates Krefeld

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