Sieben Frauen und 10 Männer aus sieben Herkunftsländern bilden nun den Vorstand – Der Vorsitzende, Tayfun Keltek, wird in seinem Amt bestätigt

Pressemitteilung vom 13.11.2017.

Am 11. November 2017 nahmen Delegierte aus 107 kommunalen Integrationsräten in NRW an der Mitgliederversammlung in Remscheid teil.

Die Zukunft der Integrationsräte und die Neuwahl des Vorstandes standen im Mittelpunkt der Versammlung.

Die NRW-Integrationsstaatssekretärin Serap Güler ließ sich entschuldigen und wurde von Anton Rütten, Abteilungsleiter im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, vertreten. In seiner Rede betonte Herr Rütten, dass bei der Landesregierung die ehrenamtliche Arbeit der Migrantenvertreterinnen und -vertreter in den Integrationsräten große Wertschätzung findet, da sie sich gegen Rassismus, für Mehrsprachigkeit, Interkulturelle Öffnung der Verwaltung und – ideologiefrei – für politische Teilhabe einsetzen.
Im Hinblick auf die Zukunft der Integrationsräte erteilten die Delegierten einer möglichen Abschaffung der Direktwahl der Migrantenvertreter eine klare Absage. Diese würde einem Demokratieabbau gleichkommen. Sie unterstrichen, dass die politische Teilhabe der Migrantinnen und Migranten viel mehr gestärkt werden müsse. Ein Integrationsausschuss, in dem die Migrantenvertreter nicht gewählt, sondern von den Parteien im Rat benannt werden, wäre ein Rückschritt in die Zeiten des Paternalismus der 1980er Jahre.
Der Vorsitzende des Landesintegrationsrates, Tayfun Keltek, ging in seiner Rede auf die Bedeutung der Gremien für die politische Teilhabe der Migrantinnen und Migranten ein. „Der Integrationsrat ist ein besonderes Gremium, da sich in diesem Gremium die Menschen mit und ohne Migrationshintergrund auf Augenhöhe begegnen und den Integrationsprozess in der Kommune vorantreiben können. Auch in den vermeintlich nicht gut funktionierenden Integrationsräten sitzen als vollwertige Mitglieder die Ratsvertreter. Ob ein Ausschussmodell genau diese Ratsmitglieder auf einmal anders, effektiver und politischer arbeiten lässt, sei dahingestellt.“ Er betonte, dass die Gremien mit Beschlussrecht gestärkt werden müssen, um u. a. die Wahlbeteiligung zu erhöhen.

Bei den Neuwahlen des Vorstandes erhielten sieben Kandidatinnen und zehn Kandidaten aus Griechenland, Großbritannien, der Mongolei, Russland, Slowenien, Spanien und der Türkei, die meisten Stimmen.

Tayfun Keltek (Integrationsrat Köln) wurde wie erwartet mit großer Mehrheit von den Delegierten in seinem Amt als Vorsitzender des Landesintegrationsrates Nordrhein-Westfalen bestätigt.

Das Trio der Stellvertretung des Vorsitzenden bilden Irwin-Conrad Subryan aus Gütersloh, Muhammet Balaban aus Essen und Ksenija Sakelšek aus Unna. Erkan Zorlu aus Troisdorf wurde zum Kassierer und Demet Jawher aus Würselen zur Schriftführerin gewählt.

Die elf Beisitzerinnen und Beisitzer sind:

• Canan Çelik, Integrationsrat Duisburg
• Ayhan Demir, Integrationsrat Paderborn
• Antonio Diaz, Integrationsrat Dortmund
• Ahmed El Kholy, Integrationsrat Jülich
• Erbil Eren, Integrationsrat Iserlohn
• Mehmet Güneysu, Integrationsrat Dormagen
• Oyun Ishdorj, Integrationsrat Bonn
• Katharina Kabata, Integrationsrat Düsseldorf
• Seyfullah Köse, Integrationsrat Gevelsberg
• Fotis Matentzoglou, Integrationsrat Castrop-Rauxel
• Melek Topaloğlu, Integrationsrat Gelsenkirchen

»Druckversion (PDF)